Schweinau in Nürnberg – Immobilienmarkt & Entwicklungspotential
STECKBRIEF
SCHWEINAU
- Im südwestlichen Innenstadtgürtel, rund 4 km vom Hauptbahnhof, zwischen Sandreuth und Großreuth bei Schweinau
Highlights
- ÖPNV-Anbindung: U3 Endstation Großreuth b. Schweinau, Buslinien entlang Schweinauer Hauptstraße und Hinterer Marktstraße; direkter Zugang zum Frankenschnellweg (B4R)
- Wirtschaft & Infrastruktur: Fernmeldeturm Schweinau, Mischnutzungsstruktur aus Wohnen und Gewerbe, überdurchschnittliche Neubautätigkeit (Neubauanteil 5,7 %)
- Kultur & Szene: „Nürnberger Ei“ als stadtbekanntes Wahrzeichen, historische Schweinauer Hauptstraße, multikulturelle Nachbarschaft mit gewachsener Gastronomiestruktur
Schweinau ist ein Bezirk im Wandel – historisch gewachsen, städtebaulich aktiv und mit einem der bekanntesten Wahrzeichen ganz Nürnbergs: dem „Nürnberger Ei“, dem eiförmig gestalteten Fernmeldeturm, der als höchstes Bauwerk Bayerns gilt und das Stadtbild des südwestlichen Innenstadtgürtels überragt. Der Bezirk liegt rund vier Kilometer vom Hauptbahnhof entfernt und verbindet eine solide ÖPNV-Anbindung über die U3 mit moderaten Kaufpreisen und einer überdurchschnittlichen Neubautätigkeit – Merkmale, die Schweinau als Investitionsstandort zunehmend in den Fokus rücken.
Der Name des Bezirks geht auf das Mittelalter zurück: Im 12. Jahrhundert wurde der Ort als „Swinawe“ erstmals urkundlich erwähnt. Die „Schwein-Au“ entstand auf feuchtem Wiesengelände etwa drei Kilometer vor dem Spittlertor der Reichsstadt Nürnberg. Mittelalterliche Rodungen drängten den für die Viehzucht wichtigen Wald zurück und schufen so die Grundlage für die spätere Besiedlung des Areals. Diese agrarischen Wurzeln sind heute längst überschrieben von einer urbanen Wohnstruktur – doch die historische Tiefe verleiht Schweinau eine eigene Identität innerhalb des südlichen Stadtgürtels.
Lage und Anbindung
Schweinau liegt im südwestlichen Innenstadtgürtel Nürnbergs, eingebettet zwischen dem Industriebezirk Sandreuth im Nordosten, Großreuth bei Schweinau im Westen sowie St. Leonhard und der Hohen Marter im Süden. Die ÖPNV-Erschließung ist für einen Bezirk dieser Lage hervorragend: Die U-Bahn-Linie U3 endet an der Station Großreuth b. Schweinau in unmittelbarer Nähe des Bezirks und stellt eine direkte, umsteigefreie Verbindung zur Innenstadt und zum Hauptbahnhof her. Ergänzende Buslinien entlang der Schweinauer Hauptstraße und der Hinteren Marktstraße erschließen das Quartier flächendeckend.
Für Autofahrer bietet der direkte Anschluss an den Frankenschnellweg (B4R) eine schnelle überregionale Verbindung nach Schwabach und in Richtung Autobahnnetz. Mit 379 PKW je 1.000 Einwohnern liegt Schweinau klar unter dem Nürnberger Stadtdurchschnitt von 455 – ein Hinweis auf eine ÖPNV-affine Bewohnerstruktur, die die U3-Anbindung aktiv nutzt.
Wohnumfeld und Lebensqualität
Schweinau zeigt eine für den südwestlichen Stadtgürtel typische Nutzungsmischung: Mehrfamilienhäuser dominieren mit einem Geschosswohnungsbauanteil von 97,0 Prozent, Einfamilienhäuser sind die Ausnahme. Besonders auffällig ist der Neubauanteil von 5,7 Prozent – mehr als doppelt so hoch wie der städtische Durchschnitt von 3,0 Prozent. Dies verweist auf eine aktive Bautätigkeit in den vergangenen fünf Jahren und signalisiert Investoren: Schweinau wird aktuell verdichtet und modernisiert.
Der Altbauanteil liegt mit 23,0 Prozent nahezu exakt auf städtischem Durchschnittsniveau (22,3 %) – ein ausgewogenes Verhältnis, das weder das steuerliche Abschreibungspotenzial älterer Bezirke bietet noch die Risiken eines stark überalterten Bestands mit sich bringt. Die Bebauungsstruktur spiegelt die kriegsbedingte Nachverdichtung wider: Nürnberg-Schweinau wurde im Zweiten Weltkrieg stark getroffen, der heutige Bestand stammt überwiegend aus der Nachkriegszeit und den 1960er bis 1980er Jahren.
Das Stadtbild wird unübersehbar vom Fernmeldeturm Schweinau geprägt, dessen eiförmiger Turmkorb ihm den Spitznamen „Nürnberger Ei“ eingebracht hat und der als stadtbildprägendes Wahrzeichen weit über den Bezirk hinaus bekannt ist. Die Schweinauer Hauptstraße fungiert als zentraler Versorgungskorridor mit Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleistungsbetrieben. Grünflächen sind im direkten Bezirksumfeld vorhanden und werden durch die Naherholungsgebiete der angrenzenden westlichen Außenstadt ergänzt.
Immobilienmarkt und Preisentwicklung
Schweinau bietet ein solides Preis-Rendite-Profil im südwestlichen Innenstadtgürtel:
- Kaufpreis Bestandswohnungen: ⌀ 3.490 €/m² (Quelle: ImmoScout24, aktuell)
- Mietpreis Bestandswohnungen: ⌀ 11,69 €/m² (Quelle: ImmoScout24) – Prognose Q2 2026: +1,37 %
- Mietpreisentwicklung: +5,76 % gegenüber Q3 2024 (ImmoScout24)
- Kaufpreis Häuser: ⌀ 3.942 €/m² (immopartner, 2025)
- Bruttomietrendite: ca. 4,0 % bei aktuellen Marktpreisen
- Bodenrichtwerte: 720–1.100 €/m² je nach Lage und GFZ (Stand 01.01.2024)
Mit einem Kaufpreis von 3.490 Euro pro Quadratmeter liegt Schweinau deutlich unter dem Nürnberger Stadtdurchschnitt von 3.917 Euro (ImmoScout24). Die Mietpreisentwicklung mit +5,76 Prozent im Jahresvergleich übertrifft dabei den gesamtstädtischen Anstieg von 4,41 Prozent – ein Zeichen für wachsenden Nachfragedruck, der sich in steigenden Mietpreisen bei noch moderaten Kaufpreisen niederschlägt. Neubauwohnungen erzielen im Bezirk bereits deutlich höhere Preise von bis zu 15,84 Euro pro Quadratmeter in der Miete, was den Qualitätsunterschied zwischen Neubau- und Bestandssegment verdeutlicht.
Bevölkerung und Nachfrage
Schweinau verzeichnete zwischen 2014 und 2023 einen Bevölkerungszuwachs von 4.740 auf 4.995 Einwohner – ein Plus von 5,4 Prozent. Im letzten Erhebungsjahr (2022 auf 2023) gab es einen Rückgang von 2,6 Prozent – ein Wert, der für einen kleineren Bezirk zwar statistisch spürbar ist, jedoch keine strukturelle Trendumkehr darstellt, sondern auf temporäre Umzugsbewegungen innerhalb des Stadtgürtels hindeutet.
Die demografische Struktur Schwein
